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19. März 2015

Dein Freund und Follower

Unser Social Media Experte Daniel Mack hat sich mit Blockupy und den Ausschreitungen in Frankfurt aus Sicht des Kurznachrichtendienstes Twitter beschäftigt. Dabei machte die Frankfurter Polizei seiner Meinung nach eine besonders gute Figur.

twitter-polizei-frankfurt

Ist die Blockupy-Bewegung außer Kontrolle geraten? Aufgrund brennender Polizeiautos und verletzter Polizisten zur Eröffnung der neuen Zentrale der Europäischen Zentralbank muss diese Frage zumindest gestellt werden dürfen.Gewalt gegen Menschen und Sachen sorgt schließlich nicht nur für breite Aufmerksamkeit, sondern bei vielen Bürgern auch für Angst und Irritationen. Diskutiert wird darüber am Arbeitsplatz, mit Freunden im Café, aber auch in Social Networks. Über 120.000 Mal wurde gestern unter dem Hashtag #Blockupy getwittert, 110.000 Mal unter #18M. Zum Vergleich: rund 16.600 Tweets verzeichnete der 4:0 Sieg des FC Bayern vergangenen Samstag bei Werder Bremen.

Polizeiarbeit in 140 Zeichen

In einer solch sensiblen und manchmal auch unklaren Situation ist also Aufklärung gefragt. Mit über 80 Tweets dabei: @Polizei_FFM. Die Frankfurter Polizei hat gestern Maßstäbe gesetzt und gezeigt, dass die digitale Sphäre als neuer öffentlicher Raum unserer Gesellschaft betrachtet werden muss, in dem Sichtbarkeit und Präsenz der Polizei enorm wichtig sind.

https://twitter.com/Polizei_Ffm/status/578160253193363456

https://twitter.com/Polizei_Ffm/status/578142336141623296

https://twitter.com/Polizei_Ffm/status/578135077256847360

https://twitter.com/Polizei_Ffm/status/578213352285011968

 

Persönlicher Kommunikationsstil

In ihrer 140-Zeichen-Kommunikation setzt die @Polizei_FFM auf einen persönlichen Stil, der sich wohltuend von der gewohnten bürokratischen Behördenkommunikation unterscheidet und auch ab und an ein Augenzwinkern zulässt. Die Frage lautet deshalb nicht, ob die Polizei überhaupt in Social Networks aktiv sein sollte, sondern wie die Ordnungshüter die Vorteile der Social-Media-Kommunikation nutzen können. Denn wenn die Polizei nicht selbst im Social Web aktiv wird, füllen andere die Lücke. Im Fall von Blockupy könnten Verschwörungstheoretiker und Trittbrettfahrer sein, die zum Teil auch gezielt Legenden verbreiten.

 

Einsätze nachvollziehbar machen

Durch die Tweets und den Dialog der @Polizei_FFM ist die Polizeiarbeit rund um die Eröffnung des EZB-Neubaus nicht nur transparenter und nachvollziehbarer geworden. Die Polizei hat mit Videos und Informationen über die aktuellen Ereignisse auch dafür gesorgt, dass sich neutrale Beobachter sehr schnell ihr eigenes Bild von den Geschehnissen rund um den Zentralbank-Neubau machen können, bevor Radio- und Fernsehsender kompakt und zugeschnitten darüber berichten.

 

Bürger in Echtzeit informieren

Gerade in Ausnahmesituationen, zu denen Großdemonstrationen mit Gefährdungspotenzial ohne Zweifel gehören, ist Twitter ein wichtiger Kanal, um die interessierte Bevölkerung ebenso wie friedliche Demonstrationsteilnehmer unabhängig von polizeilichen Infrastrukturen in Echtzeit und direkt zu informieren, sowie den Dialog zu eröffnen.

Die @Polizei_FFM hat sich also zumindest auf Twitter vorbildlich präsentiert. Alles andere sollte weiterhin diskutiert und in einer möglichst transparenten Debatte von beiden Seiten zu einer positiven Entwicklung geführt werden.

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