13 Sep 2019

Werbung & KI – ein Blick in die Zukunft

Beitrag von: Leonie Brand

Die Welt schaut im Moment, so scheint es, lieber in die Vergangenheit anstelle der Zukunft: Die Liebe zu Retro-Produkten und Filmen und Serien über alte Geschichten ist allgegenwärtig. Man sehnt sich nach der eigenen Kindheit oder Jugend in die 80er und 90er zurück. Die jüngste Generation Z (nach den Millennials) soll sogar die pessimistischste Generation der letzten Jahrzehnte sein. Die Wenigsten wagen derzeit neue positive Zukunftsmodelle oder erstellen kreative Modelle, wie es in 50 oder 100 Jahren einmal werden könnte. Früher hat man von fliegenden Autos und Hologrammen geträumt, heute sieht die Zukunft mit Umweltkatastrophen und Co. eher düster aus. Warum eigentlich?

Vielleicht liegt es an den eher traurigen Vorhersagen der Wissenschaftler, was unsere Umwelt angeht oder daran, dass der technische Fortschritt so schnell voranschreitet, dass man permanent das Gefühl hat, bei all den neuen Errungenschaften gar nicht hinterherzukommen. Aber wie ist das in der Werbung und Social Media? Haben wir hier auch keine großen Zukunftsvorstellungen, Ziele und Vorhaben mehr?

Wir wagen einmal einen Blick in die Zukunft:

Wenn man sich als Redakteur dieser Tage einmal informiert, wie die Zukunft von Social Media aussieht, hört man, dass durch den Fortschritt der Künstlichen Intelligenz selbst der vermeintlich sichere Beruf des kreativen Content-Conceptors langsam aber sicher auch ersetzbar zu werden scheint. Werden solche Artikel bald von KI geschrieben?

Mal von der anderen Seite betrachtet, könnten sich neue Bereiche oder Felder entwickeln, die die Zukunft unserer Branche sehr wohl sichern. (Puh, ich werde also doch nicht arbeitslos! :D)
Aber zurück zum Thema: Zukunftsvisionen gab es immer auch aus dem Grund, für die Probleme der vorherrschenden Zeit, Lösungen zu finden. Schauen wir uns dafür also die Probleme der aktuellen KI der großen Internet-Giganten an. Vielleicht finden wir hier einen Lücke, die wir zukünftig füllen können:

Große Kritik erhalten die KI-Unternehmen wegen des scheinbar nicht lösbaren Problems der fehlenden Moral und des fehlenden Gerechtigkeitssinnes der aktuellen KIs. Weil KI zur Zeit vor allem durch massenhafte Datenmengen erstellt wird, die der Mensch in den letzten Jahrzehnten geschaffen hat, übernimmt sie auch die damit verbundenen großen gesellschaftlichen Probleme. Wie die Versuche von Google und einiger anderer Firmen zeigten, zeichnen sich die selbstlernenden KIs nach nur kurzer Zeit durch Rassismus und Sexismus aus. Weil sie das aus den vorhandenen Daten gelernt haben. Zwei ganz einfache Beispiele: Wenn man bei Google nach Bildern von „Händen“ sucht, erscheinen sofort mehrere Bilder von weißen Händen. Ohne dass Google absichtlich rassistisch wäre, hat es gelernt, dass weiße Hände die „Normalität“ darstellen. Der Test eines selbstlernenden Twitter-Accounts, der eigene Tweets aufgrund der vorhandenen Daten erstellen sollte, die gut ankommen, musste abgebrochen werden, da die KI nach kurzer Zeit nur noch rechte und frauenfeindliche Thesen in die Welt tweetete.

Vielleicht ist hier aber die Zukunft von den Social Media Content Erschaffenden zu finden: In einer Art Online-Polizei. Vielleicht werden wir in Zukunft bei der kreativen Content-Erstellung mit KI zusammenarbeiten und dabei die Überwacher-Rolle oder die eines Filters und eines „Ethikkommissars“ übernehmen. Die KI wird möglicherweise Texte und Postings, die regelmäßig gespielt werden müssen, erstellen und rausschießen, damit ein Unternehmen immer eine gewisse Grundanzahl an Beiträgen zeigt. Wir werden diese dann kontrollieren, bevor sie online gehen, uns aber nicht mehr allzu sehr selbst damit beschäftigen. Und damit wird die KI die reine Fleißarbeit übernehmen.

Was die Zukunft für uns Menschen auch bereithält – Emotionen, Moral und Kreativität sind doch das, was uns Menschen auszeichnet und (bisher) von keiner KI immitiert werden kann.

Geschrieben von Leonie Brand.
Hat als Werkstudentin im Content sonst nichts zu tun.
Reißt in 10 Jahren die Weltherrschaft an sich.
Hat seit 1992 definitiv einen an der Waffel.
Singt zu oft „Griechischer Wein“.

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